Höhenkurs | Prüfungstag
15. Mai 2012Anfangs sieht alles super aus! Der Wind weht laut Wetterbericht aus der richtigen Richtung, es sind 6 Stunden Sonne vorhergesagt und keine Niederschläge. Bei der Auffahrt zum Startplatz am Buchenberg sieht es dann allerdings nicht so gut aus: Wind aus Ost, wir brauchen Nord-Ost. Macht ja nix, laut Kachelmann soll sich die Lage in den nächsten zwei Stunden deutlich verbessern.
Leider hat sich weder nach zwei, noch nach vier oder sechs Stunden eine Besserung ergeben. Auch sonst wagen nur einige Wenige den Start und kämpfen sich bei heftigem Gegenwind in Richtung Landeplatz. Die Wettervorhersage wird nurmehr stündlich an die miesen Bedingungen vor Ort angepasst. Der ganze Haufen ist ziemlich gefrustet.
Die praktische Prüfung besteht aus zwei Teilen: Startvorbereitung und Start sowie Acht und Landung werden bei je einem separatem Flug vom Prüfer bewertet. Unserer beschließt, den Start am Übungshang zu kontrollieren, damit wir wenigstens diesen Teil des Tests durchziehen können. Am “Idiotenhügel” steht der Wind super von vorne an und so klappen die meisten Starts auf Anhieb – die erste Hürde ist also genommen.
Zurück am Buchenberg fahren wir sofort wieder mit der Seilbahn zum Startplatz – mit etwas Glück hat der Wind ja gedreht und wir können den zweiten Teil doch noch über die Bühne bringen. Oben ist zwar immer noch deutlich Ost, trotzdem sind einige startbare Phasen dabei und unser Herr Müller schmeißt sich als erster raus. Nachdem auch der zweite Start sauber ablief, bin ich an der Reihe und ziemlich zuversichtlich. Die anfängliche Nervosität des Tages hat sich nach dem vielen Warten ohnehin gelegt und sobald der Wind leicht von vorne kommt ziehe ich auf und starte zu meinem Prüfungsflug. Weg vom Hang, die Flugfigur fliegen und schnell Richtung Landeplatz. Der Windsack steht dort schon ordentlich stramm, was auf mindestens 20 km/h Wind schließen lässt. Postitionskreis, kurzer Gegenanflug in Windrichtung, Quer und Endanflug. Eine meiner besten Landungen würde ich sagen :)
Auch bei den Anderen läuft es super und alle landen wie vorgesehen in der Nähe des Landepunktes ein. Zwei Prüflingen waren die Bedingungen zu sportlich. Respekt: Gerade zu so einer Entscheidung gehört Mut. Wer kein gutes Gefühl hat, sollte auf jeden Fall auf seinen Bauch hören und per pedes vom Berg kommen.
Da es jetzt doch schon ganz schön spät geworden ist, fallen die Feierlichkeiten ziemlich kurz aus. Gegen 22 Uhr bin ich nach einem anstrengendem aber erfolgreichen Tag endlich wieder daheim.
Sobald die Fluglizenz im Briefkasten liegt, kann es losgehen ;)
Wer jetzt auch “infiziert” ist und die Freiheit des Fliegens erlernen will, dem sei die Flugschule Tegelberg wärmstens ans Herz gelegt. Bei anderen Flugschulen hätten so sportliche Prüfbedingungen wahrscheinlich deutlich weniger bestandene Flüge ergeben.
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