Glenorchy “ Neuseeland
11. Dezember 2006Glenorchy – ein kleiner Ort in der Naehe von Queenstown. Unser Ziel fuer die heutige Nacht, um dem Touri-Trubel zu entgehen.
Glenorchy – ein kleiner Ort in der Naehe von Queenstown. Unser Ziel fuer die heutige Nacht, um dem Touri-Trubel zu entgehen.
Ich habe meinen Mitreisenden gerade aus dem Krankenhaus abgeholt.
Alles klar so weit. Den weiteren Verlauf wird die Zeit zeigen – der Bericht des Chefarztes klingt jedenfalls recht vielversprechend. Allerdings hat der Faulpelz, wie Pam schon treffend bemerkt hat, jetzt ne Ausrede, sich vor dem Abwaschen zu druecken… und Essen zu kochen… und Schuhe zu binden….
Naja – wozu hat man Freunde!?!
Wir werden jetzt zurueck in Richtung Queenstown aufbrechen, um unsere urspruengliche Route fortzusetzen.
Die komplette OP war uebrigens kostenlos! Zahlt der neuseelaendische Staat! Wie finanzieren die Jungs bloss ihr Gesundheitssystem?
Mit der ambulanten OP war das so dann nix. Erst kam ein
Notfall dazwischen und es sah schon so aus, als wuerde die OP auf morgen verschoben. Schliesslich hat es dann aber doch noch geklappt.
Lokale Betaeubung war meinem Freund aber auch nicht genug – er hat sich dann
gleich mal die deLuxe-Version rausgelassen. Will sagen, der liebe
Stefan hatte heute seine erste richtige OP, mit allem drum und dran,
incl. Vollnarkose.
Wie es aussieht hat alles ganz gut geklappt und
wenn ich die Aerztin richtig verstanden habe, war der Nerv auch “nur”
halb durchtrennt – gute Nachrichten also!
Inzwischen ist er auch schon wieder halbwegs fit und reisst wieder die ersten schlechten Scherze. Ganz wie man ihn kennt ;o)
Zur Beobachtung bleibt er aber heute Nacht noch auf der Station und ich werde ihn dann morgen frueh abholen…
Ende Gelaende! Aus die Maus! Der Nerv ist durch!
Nach unserer heutigen Wanderung zum Roy-Peak hat sich der Stefan beim Oeffnen einer Dose “Heinz Beans” ordentlich in den Finger geschnitten.
Nachdem ich meine krankenschwesterlichen Faehigkeiten unter Beweis gestellt habe, gings sogleich zum Medical Center. Diagnose: Nerv durchtrennt!
Somit haben sich unsere Plaene geaendert und wir steuern heute noch Dunedin an der Ostkueste an, um den Nerv morgen in einer ambulanten OP flicken zu lassen.
Das Staedtchen Wanaka am Mt. Aspiring National Park liegt traumhaft in eine herrliche Seenlandschaft eingebettet. Der knapp 4000 Meter hohe Mount Aspiring ist das Wahrzeichen dieser Region und die Wanderung zum Roy Peak, einem Aussichtspunkt auf diesen stattlichen Berg, unser heutiges Tagesziel.
Der Mount Aspiring National Park
Wanderung auf den Roy Peak
Schluss mit dem Faulenzen – die Sonne lacht!
Wir sind inzwischen ein ganzes Stueck die Westkueste runtergefahren und am Franz Josef und Fox Gletscher angekommen. Nach ausgiebiger Besichtigung, incl. Brueckenbau ueber den reissenden Fluss, haben wir uns fuer die Wanderung auf den Mount Fox (1100 Meter) entschieden.
Der Trek zum Mt. Fox
Stefan will endlich mal “Wandern ohne Wald”. Die Hinweisschilder am Anfang des Trecks besagen zum einen 8 Stunden rauf und runter und zum anderen “be well equipped and fit”. Na das sind wir doch…
Der Track beginnt im dichtesten Regenwald und fuehrt ohne lange zu fackeln schnurstracks und lotrecht den Berg hoch. Man muss sich das ganze wie alpine Bergsteigerei vorstellen. Nur ohne Steine. Dafuer geht es ueber umgefallene Baeume, Wurzeln, Aeste – das ist mal ein Naturpfad! Schnell wird klar, das Schild am Anfang war keine Uebertreibung (dabei ist doch sonst quasi jedes Wort der Kiwis gnadenlos ueberzogen – amazing!).
So quaelen wir uns stundenlang den abenteuerlichen Pfad hinauf zum Mt. Fox. Das ist mein erster Bergpfad, der gaenzlich ohne Kehren auskommt. Nach dem Verlassen der Baumgrenze geht es dann weiter durch Knie- bis Huefthohen Yucca-Palmen-Bewuchs… und gaaanz viel Matsch! Die Schuhe sind wohl frisch gewachst, ziemlich schnell durchnaesst.
Oben werden wir dafuer mit exzellenten Blicken auf die Kueste, die umliegenden Berge und natuerlich den Fox-Gletscher entschaedigt. Langer Genuss der Aussicht ist leider nicht drin – die steife Briese hier oben gibt mit den voellig durchgeschwitzten Klamotten auf Dauer eine ziemlich sichere Erkaeltung.
Also wieder runter. Klar: Der schwierige, weil klitschnasse Pfad wird runter nicht einfacher und so konkurieren mein jaulender Meniskus und Stefans Flueche auf dem ganzen Weg zurueck ins Tal.
Nass, matschig und verschwitzt reinige ich meinen gepeinigten Koeper erst mal im nahen Gletscherfluss. Brrrrr!
Was fuer ein Spass! Und wer kuemmert sich jetzt um die versaute Waesche?
Auf dem Weg entlang der Westkueste besuchen wir die Pancake Rocks und Blowholes. Da es schon den ganzen Tag regnet und passt die brachiale Gewalt, die sich hier an der Westkueste zeigt, ausgezeichnet zu unserer Stimmung.
Die Kraefte, die hier herrschen, sind beeindruckend und trotz des Regens geniessen wir das Spektakel…
Endlich wieder wandern!
Auf dem Programm stand der beruehmte Abel Tasman Coastway im gleichnamigen National Park.
Mit dem Speedboat werden wir zum Ausgangspunkt unserer Tageswanderung, der Bark Bay, gefahren. Von hier aus fueht der Weg, meist an der Kuestenlinie entlang, vorbei an traumhaften und einsamen Straenden…