Archiv für Juni, 2011
Neues Laufteilchen: Salomon Fast Wing Hoody II
22. Juni 2011Für unbeständiges Wetter im Frühling und Herbst (oder dieser Tage), habe ich schon länger ein leichtes, winddichtes und wasserabweisendes Laufjäckchen gesucht. Ein weiteres Feature, auf das ich nicht verzichten mochte, ist die Verstaubarkeit in der eigenen Tasche und die Möglichkeit, diese am Arm zu tragen.
Letztendlich ist meine Wahl auf die Salomon Fast Wing Hoody II laufjacke gefallen.
Die Jacke ist extrem leicht und fällt mit ihren 170 Gramm auch beim Wettkampf kaum ins Gewicht. Dank der raffinierten Verstaumöglichkeit (die Jacke lässt sich in die eigene Brusttasche stopfen und mittels breitem Riemen am Oberarm befestigen) ist man so auch auf den plötzlichen Wetterumschwung vorbereitet. Gummizüge an Taille und Kapuze schützen vor allzu starkem Wind.
Praktisches Detail: Die Ärmel lassen sich wenn’s warm wird dank weiter Bündchen leicht nach oben schieben. Damit das nicht ungewollt passiert, können sie mittels Daumenschlaufen fixiert werden.
Fazit: Für 99 Euro bekommt man ein funktionelles Stöffchen bei dem, dank hervorragender Verstau- und Transportmöglichkeit, die Chance recht hoch ist, bei Bedarf tatsächlich auch unterwegs dabei zu sein.
Garmin Forerunner 305 geht nicht mehr – Workaround
19. Juni 2011Nachdem Krischans Forerunner beim Weltkulturerbelauf schon gezickt hat, mochte meiner heute beim Training auch nicht mehr angehen.
Symptom: Der Forerunner lässt sich nicht mehr einschalten – das Display bleibt aus und die Uhr gibt keinen “Pieps” von sich.
Nach kurzer Recherche im Netz bin ich auf folgenden Workaround gestoßen:
Ein Resest – genauer ein Softreset ohne Datenverlust – erweckt das Gerät meist wieder zum Leben. Hierzu drückt man Mode und lap gleichzeitig für einige Sekunden. Nach dem Loslassen sollte sich das GPS wieder starten lassen. In meinem Fall hing die Uhr dabei am USB-Port – war also mit Strom versorgt.
Mode und Power löst dagegen einen Hardreset aus. Vorsicht – dabei werden die Daten auf der Uhr gelöscht! (Den Hardreset wurde von mir nicht getestet).
Laufsau 2011: Langer Lauf mit Trail-Einlage
17. Juni 2011 Nach dem Marathon ist bekanntlich vor dem Marathon und so will ich heute – knapp 2 Wochen nach dem Fürthlauf – wieder die 30+ angehen.
Um etwas Abwechslung in die Strecke zu bringen, habe ich den Hersbrucker Kalorienweg mit in die Runde eingebaut. Soviel vorab: Der Weg hat seinen Namen verdient!
Die ersten fünf Kilometer verlaufen recht locker über die üblichen Wege bis nach Hersbruck. Dort geht es dann steil bergauf, vorbei an den hübschen Häuschen der Besserverdiener und nach etlichen falschen Abbiegungen in den Wald Richtung Großviehberg. Bin ich blind, oder gibt es hier einfach keine Schilder, die zum Start des “Kalorienwegs” weisen?
Der vom Regen der letzten Tage feuchte Boden sorgt für ordentlich “Schlupf” auf den ersten Höhenmetern – das kostet Kraft. Am “Gipfel” des Hochplateaus lässt sich die Strecke dann wieder flott laufen, bis sie erneut in den feuchten Wald abzweigt. Ab hier hat es der Weg in sich! Durch Brennnesseln und Unterholz verläuft der Trail jetzt teils extrem steil über den Hügel bei Hohenstadt. An einer abschüssigen Rampe strauchle ich und kann mich gerade noch abstützen, bevor ich den steinigen Boden touchiere.
Voll konzentriert folge ich ab jetzt dem Pfad, der bald über etliche Stufen und eine (morsche?) Brücke den Hand hinauf und zurück in Richtung Hersbruck führt. Inzwischen stehen knapp 18 Kilometer auf dem GPS und ich entscheide mich trotz des harten Trails am ursprünglichen Plan festzuhalten und heute mindestens 30 Km zu laufen.
Der weitere Weg führt mich über Henfenfeld, Ottensoos und Speikern auf meiner “Hausrunde” zurück nach Reichenschwand. Mit brennenden Waden und Oberschenkeln komme ich zuhause an und mache nach einem alkoholfreien Weizen mit Sirup (klingt scheußlich, ist aber nach so einem Lauf ein Hochgenuss) erst mal ein ausgiebiges Nickerchen ;)
Die Daten: 32,5 Km, 680 Höhenmeter, 3:00 Stunden, 140er Puls
Marathonpremiere in Fürth
4. Juni 2011Ein kurzer Laufbericht zum Metropolmarathon in Fürth 2011
5. Juni 2011, 8 Uhr. Endlich ist es soweit!
Heute also will ich bei (noch) angenehmen Temperaturen die 42,195 Kilometer in Angriff nehmen. Ich fühle mich fit, habe reichlich Trainingskilometer gesammelt und nach dem tollen Bamberger Halbmarathon und einem Longjog über 37 Km sind alle Zweifel, ob ich die Marathondistanz durchzuhalten kann, zerstreut.
Der Plan: Ich will mit Oli, der als Zugläufer für die 3:45 antritt, gemeinsam ins Ziel einlaufen. Die Stimme, die mir in den letzten Wochen immer wieder zugeflüstert hat, dass auch 3:30 drin wären, ist dank der angekündigten Temperaturen von bis zu 27 Grad verstummt und so steht heute ganz Klar der Spaß am ersten Marathonlauf im Vordergrund.
Die Zeit bis 9 Uhr vergeht mit letzten Vorbereitungen wie im Flug und schon zählt die Läuferschaar die letzten Sekunden bis zum Start herunter. Unter lautem Jubel tippeln wir in der engen Startgasse los und ich versuche vergebens Pam und Ayla an den Absperrungen auszumachen, die mich heute moralisch unterstützen sollen. Nur langsam entspannt sich das Feld und die Lücken zwischen den Läufern werden etwas größer.
Auf den ersten Kilometern bin ich von dem Geschehen um mich herum derart abgelenkt, dass ich gar nicht recht realisiere, hier nun endlich meinen ersten Marathon zu laufen. Wenn ich nicht gerade selbst ein paar Worte mit meinen Mitläufern wechsle oder den Gesprächen zwischen Oli und dem zweiten Zugläufer Dieter lausche, gilt die Aufmerksamkeit den zahlreichen Verpflegungsstationen, an denen Wasser, Iso, Cola und später auch Obst, Müsliriegel und Gels an die Läufer gereicht werden. Dieter ist übrigens ein ziemlich seltener Vogel – zumindest habe ich bis jetzt noch keinen anderen “Ultra-Habicht” in freier Wildbahn, geschweige denn Marathon laufen sehen. Mehr Infos über ihn und viele tolle Laufberichte gibt es auf laufkultur.de zu sehen.
Schnell sind 21 Kilometer abgespult und damit ist die Hälfte der Distanz bewältigt. Beim Überlaufen der Habmarathon-Marke denke ich an meine Nichte Lena, die hier heute mit einem Freund ihren ersten Halbmarathon läuft. Das beide ihr Ziel erreicht haben weiß ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Herzlichen Glückwunsch ihr Zwei! Ein paar Schritte später verlassen wir die Zielgerade und nehmen die zweite Runde in Angriff. Meine Beine fühlen sich immer noch super an und auch die Gelenke spielen weiterhin mit – alles klar also für die nächsten 21 Kilometer.
KM26 – inzwischen ist es warm geworden – ziemlich warm! Der Asphalt in den sonnigen Straßenabschnitten Fürths hat sich ordentlich aufgewärmt und die teils stehende Luft heizt uns zusätzlich auf. An den Verpflegungsstationen kühle ich mich so gut es geht mit Wasser aus den bereitgestellten Wannen ab, das ich mit einem kleinen Schwamm aufsauge.
Ich will auf jeden Fall einen Hungerast vermeiden und greife daher bei den gereichten Bananen, Müsliriegeln und Gels kräftig zu. Wie schon im Training konnte ich den Puls bisher konstant bei rund 135 Schlägen/Minute halten. Nun aber steigt er laut dem Pulsmesser langsam an. Ein Zeichen zwar, dass Hitze und Distanz ihren Tribut zollen, mit 140-145 Schlägen aber immer noch völlig im grünen Bereich.
Irgendwo zwischen KM32 und KM34 merke ich dann, dass irgendwas nicht passt. Nach kurzem Check der Lage sieht es wie folgt aus:
· Puls: ca. 150-155 Schläge – könnte etwas niedriger sein, aber ok
· Hunger: dank 2 Bananen, 3 Gels, und diversen Müslihappen bin ich pappsatt
· Durst: da ich an fast allen Stationen getrunken habe auch hier alles im grünen Bereich
· Motivation: Hmmm.. naja… hält sich grade in Grenzen!
Ok, Schuld kann also nur die nachlassende Motivation sein. Wahrscheinlich liegt es an den doch recht verlassenen Straßen hier bei Dambach – ich brauche wieder mehr Action, Zuschauer, Musik, kurz: Ablenkung! Irgendwann sind wir dann wieder unter mehr Menschen die uns anfeuern und ich kann das Zwischentief hinter mir lassen. Bei KM37 betrete ich schließlich Neuland: Noch nie bin ich so weit am Stück gerannt!
So langsam nähern wir uns KM40 und eigentlich würde ich das Tempo jetzt zum Ziel hin noch einmal verschärfen. Allerdings ist Oli an die Zugläuferzeit gebunden und da ich auf alle Fälle gemeinsam mit ihm ankommen will, verkneife ich mir den Schluss-Spurt und wir laufen “gemütlich” dem Ziel entgegen.
Das ich gleich meinen ersten Marathon finishen werde, will mir immer noch nicht so recht bewusst werden.
Die Jubelrufe auf der Zielgeraden koste ich voll aus und so laufen wir Arm in Arm und mit einem Breiten Grinsen nach 3:44:15 Min. durchs Ziel.
Die hier gezeigten Fotos wurden von Anton Lautner für marathon4you.de aufgenommen. Noch mehr Bilder vom Metropolmarathon gibt es in seinem Bericht.

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