Warum rennt Man(n) bei völliger Finsternis und frostigen Temperaturen durch den zu später Stunde von Regen- und Graupelschauern durchzogenen Wald?
Ganz einfach: Weil Man(n) kann! Ein neues Lauf-(Gadget) macht den Night-Trailrun möglich.
Der Vorteil nächtlicher Trainingseinheiten liegt vor allem in der willkommenen Abwechslung – der Nachteil in der mangelnden Sicht und den einhergehenden Gefahren! Ein falscher Tritt und es drohen Verletzung und Trainingspause!
In der Vergangenheit warf die Petzl Tikka nachts zuverlässig ihren doch recht fahlen Lichtschein auf den vor mir liegenden Weg und konnte damit zumindest Straße und Feldweg für nächtliche Aktivitäten erschließen. Abseits befestigter Wege reicht die Leistung der kleinen Stirnlampe freilich nicht aus, um einen ansatzweise trittsichern Lauf zu ermöglichen.
Hier kommt das neueste Gadget des ambitionierten Läufers ins Spiel: Die Stirnlampe Lupine Piko X
.
Der Winzling bringt mit Akku gerade einmal 210g auf die Waage, liefert dabei aber sagenhafte 750! Lumen. Möglich wird das durch den Einsatz von zwei CREE XM-L LEDs im filigranen CNC-gefrästen Aluminium-Lampenkopf, der gerade einmal 24 x 32 mm misst.
Das Besondere am Lupine-Konzept ist der modulare Aufbau der gesamten Produktlinie
, die den Austausch des Zubehörs zwischen den Modellen ermöglicht. So kann die Piko
wahlweise am Helm, am Fahrradlenker oder eben per Stirnband am Kopf getragen werden. Bei der Stromversorgung findet man das gleiche Prinzip: Es gibt diverse Akkus mit verschiedenen Kapazitäten zum Klipsen, Wickeln, für die Flaschenhalterung, usw., die auch für die anderen Lampen aus dem Lupine-Programm
genutzt werden können.
Leistung
Die Lichtleistung der kleinen Piko X
ist schlicht phänomenal und kann in 3 Helligkeitsstufen mittels leicht zugänglichem Schalter ausgewählt werden. Die Piko erhellt einen großen kreisrunden Hauptbereich, der ohne harte Kanten langsam und angenehm nach außen abfällt. In der Lauf-Praxis ergibt sich so ein hell ausgeleuchteter Trail mit langsam auslaufendem Lichtkegel, der auch bei hektischeren Kopfbewegungen angenehm “soft” erscheint.
Die verschiedenen Leuchtstärken lassen sich dabei subjektiv wie folgt beschreiben:
Stufe 1 (0,5 W / 60 Lumen): Gut für den gemächlichen Lauf auf dem Fahrradweg oder der Straße. Leuchtdauer (mit 2,5 Ah Akku): ca. 40 Stunden
Stufe 2 (3,5 W/ 300 Lumen): Runter von der Straße, rauf auf den Feld- oder Waldweg. Schon bei der mittleren Stärke erstrahlt der Trail in einem starken und gleichmäßigen Lichtschein, der auch für schwierige technische Passagen locker ausreicht. Leuchtdauer (mit 2,5 Ah Akku): ca. 5 1/2 Stunden
Stufe 3 (10 W / 750 Lumen): Halleluja! Im Fernlichtmodus legt die Piko noch mal nach und erreicht eine Reichweite von rund 100 Metern. Dieser “Beamshot” geht allerdings an die Substanz: Die Leuchtdauer mit 2,5 Ah Akku beträgt hier nämlich nur noch rund 2 Stunden.
Bedienung
Die Bedienung und das Handling sind einfach und clever! Wird der Akku angesteckt, zeigt die Lampe durch mehrmaliges Aufblitzen einer zweifarbigen LED den Ladezustand an. Diese Methode reicht allerdings nur für eine grobe Einschätzung der Restkapazität und braucht etwas Erfahrung.
Die Lampe wird von dem mitgelieferten Stirnband bequem am Kopf gehalten, lässt sich leicht in der Neigung justieren und bietet einen sehr guten Tragekomfort.
Bei der getesteten Version (Piko X
) wird der Akku per mitgeliefertem Verlängerungskabel mit den Lampenkopf verbunden. Der Akku kann dann z. B. in der Jackentasche oder dem Rucksack transportiert werden. Ich habe ihn bislang in meinem Nathan Trinkrucksack verstaut – das klappt hervorragend. Das “fehlende” Akku-Gewicht am Kopf bringt dabei einen zusätzlichen Tragekomfort, während das unter der Jacke verstaute Kabel überhaupt nicht stört!
Verarbeitung
Ohne viele Worte: Die Verarbeitung der in der Oberpfalz handgefertigten Lampen ist hervorragend. Auch beim eingesetzten Material wurde nicht gespart. CNC gefrästes Aluminium und Spezialkabel (auch noch bei – 40 Grad flexibel) sind nur einige Highlights.
Versionen und Lieferumfang
Die Piko
ist in verschiedenen Versionen erhältlich. Neben der günstigeren Piko X
für rund 280 Euro sind von Lupine auch noch die Varianten Piko X Pro
und Piko X Duo
erhältlich.
Bei der “Pro” erhält man für rund 356 Euro ein Set mit stärkerem Akku (5,6 Ah), während bei der 350 Euro teuren “Duo” zwei kleinere Akkus (je 1,7 Ah) mitgeliefert werden. Ihr Vorteil: Sie können leicht an das etwas überarbeitete Stirnband angebracht werden und müssen nicht separat verstaut und transportiert werden. Der Lampenkopf ist dagegen bei allen drei Modellen gleich. Ein Ladegerät für die Li-Ion-Akkus, ein Softcase zum Verstauen der Lampe und eine gute zweisprachige Anleitung gehören zum Lieferumfang.
Fazit
Licht kann man eigentlich nie genug haben! Deswegen ist die Piko X
eine echte Empfehlung für alle Nachtaktiven, die ganz viel Licht, eine super Verarbeitung und clevere Details suchen, sich aber vom stattlichen Preis nicht abschrecken lassen.
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